Spyfall

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Spyfall
Art: Diskussionsspiel, Denkspiel
Spieleranzahl: ca. 3 bis 8
Ort: am Tisch, im Sitzkreis
Material: spezielle Spielkarten, Stoppuhr
Dauer: bis zu 10 Minuten pro Runde
Vorbereitung: Spielkarten kaufen/erzeugen
Bild
Die möglichen Spielorte eines selbst erstellten Spyfall-Kartendecks

Spyfall ist ein Diskussionsspiel für rund drei bis acht Teilnehmer. Die Mitspieler müssen im Rahmen einer Frage-Antwort-Runde ermitteln, wer unter ihnen der Spion ist.

Das Spiel wurde 2014 vom Spielentwickler Alexandr Ushan im Verlag Hobby World in Russland veröffentlicht.

Material

Folgenden Materialien werden für das Spiel benötigt:

  • spezielle Spielkarten. Diese können jedoch gegebenenfalls mit etwas Vorbereitung auch selber hergestellt werden.
  • Liste der möglichen Spielorte
  • eine Stoppuhr (Countdown)

Ablauf

In jeder Spielrunde befinden sich die Teilnehmer (virtuell) an einem anderen Ort, zum Beispiel: in einem Polar-Forschungsstation. Sie erhalten dazu Spielkarten ausgeteilt, auf denen dieser Ort aufgedruckt ist. Bei einer der Personen ist allerdings nicht der Ort, sondern nur "Spion" aufgedruckt. Diese Person weiß nicht, an welchem Ort sich die Gruppe befindet; alle anderen wissen natürlich nicht, wer Spion ist.

Haben alle Mitspieler ihre Karte gelesen, wird ein Countdown von 8 Minuten gestartet. Daraufhin beginnt die Fragerunde. Ein Spieler beginnt und fragt einen beliebigen anderen Spieler eine Frage, zum Beispiel:

Bist du gerne hier.

Der befragte Spieler antwortet nun mit einer beliebigen Antwort:

Es gefällt mir hier, aber mir ist kalt.

Sowohl die Frage als auch die Antwort soll natürlich so formuliert sein, dass der befragte Spieler dem fragenden beweist, dass er weiß, wo sich die Gruppe gerade befindet. Da sich die Spieler im Beispiel auf einer Polarstation befinden, ist die Aussage, es sei kalt, sicherlich ein befriedigender Hinweis für den fragenden, dass der befragte über die Spielsituation im Bilde ist. Gleichzeitig sollen die Fragen und Antworten aber dem Spion möglichst wenig Informationen geben. Im Beispiel wäre die Aussage, dass es kalt ist, bereits ein riesiger Hinweis auf den Handlungsort. Der Spion könnte auf diese Weise relativ schnell erfahren, wo sich die Gruppe befindet.

Der befragte Spieler darf anschließend den nächsten Spieler befragen. Er darf dafür eine beliebige Person wählen, allerdings nicht die Person, die ihn gerade gefragt hat.

Besonders schwierig ist das Beantworten und anschließende Stellen einer Frage natürlich für den Spion. Dieser weiß ja nicht, wo sich die Gruppe befindet. Er muss eine Antwort wählen, die möglichst zufriedenstellend ist, ohne inhaltlich besonders viel auszusagen. Natürlich kann er dabei auf die Antworten der Spieler vor ihm aufbauen und seine Vermutungen über den möglichen Aufenthaltsort nutzen. Ebenso muss er anschließend eine Frage stellen, die nicht gleich aufdeckt, dass er nicht weiß, wo er sich befindet.

Abstimmung über Spion

Hat ein Mitspieler einen Verdacht, wer der Spion sein könnte, ruft er "Stopp". Dies kann zu jedem Zeitpunkt im Spiel geschehen, außer wenn bereits eine solche Abstimmung in Gange ist. Der Spieler gibt nun seine Vermutung bekannt. Es folgt unmittelbar - ohne lange Diskussion - eine Abstimmung aller Teilnehmer, ob diese der Beschuldigung zustimmen, und der beschuldigte Spieler wirklich der Spion ist. Bei einstimmigem Ergebnis (der beschuldigte selber ist natürlich ausgenommen) ist die Runde beendet. Ist der beschuldigte wirklich der Spion, haben die nicht-Spione gewonnen, ansonsten der (tatsächliche) Spion. Kommt es zu keinem einstimmigen Ergebnis, läuft das Spiel ganz normal weiter.

Jeder Spieler darf pro Spielrunde (pro "Ort") nur ein einziges Mal jemand anderen beschuldigen.

Spion deckt auf

Ebenso kann der Spion jederzeit "Stopp" rufen. Er gibt dann bekannt, dass er der Spion ist, und rät, an welchem Ort sich die Gruppe befindet. Ist seine Vermutung richtig, hat er (der Spion) gewonnen, ist sie jedoch falsch, dann gewinnt die restliche Gruppe.

Zeitablauf

Die Runde endet jedenfalls nach Ablauf des Countdowns von 8 Minuten. Es wird dann sofort zu einer Abstimmung übergegangen. Alle Spieler zeigen gleichzeitig auf den Spieler, von dem sie vermuten, dass es der Spion ist (der Spion selber deutet natürlich ebenfalls auf einen Spieler). Der Spieler mit der einfachen Mehrheit gilt als beschuldigt; bei Gleichstand erfolgt noch eine Entscheidungswahl zwischen den Spielern mit den meisten Stimmen. Ist der beschuldigte Spieler der Spion, hat die restliche Gruppe gewonnen; ist es nicht der Spion, so gewinnt dieser.

Mögliche Orte und Spielkarten

Die Spielorte sollten möglichst unterschiedlich sein; gleichzeitig sollte es jeweils mehrere "ähnliche" Orte geben (mehrere Geschäfte, mehrere Militäreinrichtungen, mehrere Urlaubsregionen, mehrere Orte in der Kälte, ....). Die Anzahl an unterschiedlichen Orten kann frei gewählt werden; je mehr, desto schwieriger wird das Spiel. Typischerweise wird mit 20-30 Orten gespielt.

Eine mögliche Liste ist:

  • Autowerkstatt
  • Bank
  • Botschaft
  • Casino
  • Dschungel
  • Filmstudio
  • Firmenfeier
  • Flugzeug
  • Hotel
  • Iglu
  • Kathedrale
  • Krankenhaus
  • Kreuzfahrtschiff
  • Militärstützpunkt
  • Piratenschiff
  • Pfadfinderheim
  • Polarstation
  • Polizeirevier
  • Raumstation
  • Restaurant
  • Ritterburg
  • Schule
  • Sommerlager
  • Strand
  • Supermarkt
  • Theater
  • Therme
  • U-Boot
  • Universität
  • Zirkuszelt
  • Zoo
  • Zug

Spieltipps

Umgang mit den Karten
  • Es empfiehlt sich, die Spielkarten mit Büroklammern zu Päckchen zu sortieren, die jeweils einem Ort entsprechen. Dabei wird der Spion (lesbar) ganz oben am Stapel angebracht. Zum einen kann damit der Spielort zufällig ausgewählt werden und es bedarf dafür keinen Spielleiter (der sonst nicht mitspielen könnte). Außerdem kann man so mit einer beliebigen Spieleranzahl spielen; überzählige Karten werden unten vom Stapel genommen, wobei der Spion dann sicher nicht bei diesen dabei ist (er ist ja ganz oben).

Download

Ein selbst erstelltes Kartendeck kann hier heruntergeladen werden. Die Karten müssen selber ausgeschnitten werden, am besten mit einer Papier-Schlagschere. Das Deck enthält 32 mögliche Orte und kann mit bis zu 8 Mitspielern benutzt werden (wird das Deck mehrfach ausgedruckt, sind auch mehr Teilnehmer möglich).

Ähnliche Spiele

Das Spiel hat ein ähnliches Konzept wie Werwolf/Mafia.